978-3-86764-326-9Titel: Hollywood für Sparfüchse. Digitales Filmen
Autor/in: Frank Sauerland
Verlag: UVK Verlagsgesellschaft
ISBN: 978-3-86764-326-9
Preis: 17,99 €
Erhältlich bei: Amazon

Mit wenig Geld zum Hollywood-Look – Ein Traum vieler Amateurfilmer. Dass es oft nicht am Geld, sondern an Wissen mangelt, weiß auch Frank Sauerland. Er ist freier Produzent und möchte sein Praxiswissen mit diesem Buch an engagierte Filmer weitergeben.

Zu Beginn werden dem Leser Aufnahmeformate, die Technik hinter geringer Tiefenschärfe und die wichtigsten Ausstattungsmerkmale einer Kamera näher gebracht.

Das bei Amateurfilmen oft vernachlässigte Thema „Ton“ wird direkt im zweiten Kapitel behandelt. Obwohl der Autor hierbei auf einige technische Feinheiten eingeht bleibt der Stoff stets leicht verständlich. Allerdings besteht der Inhalt größtenteils aus Grundlagen die jeder „Mediengestalter Bild & Ton“ im ersten Jahr lernt. Richtige Tipps habe ich hier vermisst.

Das Kapitel „Licht“ beinhaltet dagegen neben der Dreipunktbeleuchtung zumindest einige Hinweise um mit wenig Aufwand akzeptable Ergebnisse zu erreichen. Die „IKEA-Ballon“ Methode findet sich hier ebenso wieder wie das Nutzen einer Nebelmaschine für mehr Tiefenwirkung.

Der folgende Abschnitt des Buches geizt dagegen wieder mit Tipps: Der Leser erfährt die Geschichte der Steadycam, dass Dolly-Aufnahmen keinen mehr vom Hocker hauen und dass all diese Hilfsmittel Produktionszeit benötigen. Einzig der Hinweis auf ein bestimmtes, günstiges Stabilisierungssystem und den Vertigo-Effekt sind mehr oder weniger hilfreich. Hier hätte ich mir mehr Informationen zu verschiedenen Kamerabewegungen gewünscht. Was sind die „typischen“ Hollywood-Kranfahrten? Wie kann der Filmer diese mit einfachen Mitteln nachahmen? Das gleiche gilt für den Hinweis auf den Vertigo-Effekt: Wieso wird auf diesen nicht genauer eingegangen?

Gut macht dieses enttäuschende Kapitel wieder der Abschnitt übers Drehbuch schreiben. Der Autor erklärt dort auf verständliche Weise wie eine spannende Geschichte entsteht die den Zuschauer mitfiebern lässt. Top!

Es folgen Kapitel über Mitarbeiterführung, das tunen des Schnittrechners und die richtige Wahl der Programme. Ob dies nun in ein Buch über „Hollywood für Sparfüchse“ gehört muss jeder selbst entscheiden. Den einen oder anderen Amateurfilmer wird es vielleicht helfen.

Sehr Interessant wird es in den Kapiteln über Bild- und Tonschnitt. Neben Tipps für den „unsichtbaren Schnitt“ findet sich im hinteren Teil des Buches eine Art „Foley-Index“. Mit dieser Liste kann der Amateurfilme seine eigenen Geräusche herstellen. In Zeiten von Youtube und Standart-Soundbibliotheken eine Wohltat!

Das Buch endet mit Kapiteln über die Veröffentlichung des eigenen Filmes. Die oft gestellte Frage „Ist mein Material sendefähig?“ wird hier ebenso beantwortet wie „Wie erreiche ich mit meinem Film die Massen?“.

Fazit:
Ein hilfreiches Buch für Neueinsteiger, die in die Grundlagen des Filmemachens eingeführt werden möchten. Jeder Semi-Professionelle Filmer, der auch nur ab und zu in Filmerforen unterwegs ist, wird hier jedoch enttäuscht.