978-3-8273-3204-2Titel: Unternehmens-Blogs: Praxishandbuch für Aufbau, Strategie und Inhalte
Autor/in: Meike Leopold
Verlag: Addison-Wesley
ISBN: 978-3-8273-3204-2
Preis: 24,95 €
Erhältlich bei: Amazon und Addison-Wesley

Diese Rezension ist ein Gastbeitrag von Ulrich Klose für phindie.de

Wenn sich mir ein Buch mit dem Titel „Unternehmens-Blogs. Praxishandbuch für Aufbau, Strategie und Inhalte“ anpreist, weiß ich dann nach der Lektüre, wie das Bloggen für Unternehmen geht? Nein. Der von Meike Leopold frisch bei Pearson veröffentlichte Band gibt mir allerdings auf 306 Seiten einen gut lesbaren Überblick über das Thema mit vielen Denkanstößen. Die Autorin baute das Cirquent-Coporate-Blog mit auf und bloggt selbst auf starttalking.de.

In neun Abschnitte hat die Autorin das Buch gegliedert, wobei der zweite, „Schritt für Schritt zum Corporate Blog“, quasi einem „tl;dr“ gleichkommt. Ihre Haupt-Botschaften ziehen sich als roter Faden durch das ganze Buch: Es muss einen „Kümmerer“ geben, der das Blog am Laufen hält; eine Strategie ist vonnöten, ein Kommunikationsziel, und es braucht Mitstreiter. Während viele Enthusiasten zunächst viel Energie in Layoutfragen investieren, kommt dieses Thema im vorliegenden Praxishandbuch nur am Rande vor. Stattdessen hält Leopold künftige Unternehmensblogger dazu an, Kosten- und Ressourcenpläne sowie Social Media Guidelines aufzustellen und ihren Schreibstil dialogorientiert zu optimieren.

Funktion eines Blogs ist die dialogische Kommunikation mit dem, was die Autorin „Dialoggruppe“ nennt. Dafür wirbt Meike Leopold durchgängig. Förderlich hierfür: eine begeisterte und kompetente Redaktion. Eine der Hauptaufgaben des „Kümmerers“ wird deshalb sein, diese aufzubauen und Kolleginnen und Kollegen zum Bloggen zu ermutigen. Dazu hat sie einige schöne Ideen parat.

Wie geht PR für ein Blog? Leidlich Fachkundige ahnen, dass dies wohl mit eigenen Aktivitäten im Social Web sowie mit intensiver Beobachtung der einschlägigen Angebote zu tun hat. Revolutionär Neues fördert Meike Leopold nicht zu Tage. Gleichwohl haben Lesende nach dem entsprechenden Kapitel den Eindruck, etwas mehr Durchblick zu haben. In fremden Blogs kommentieren, gute Beziehungen zu anderen Bloggern aufbauen, Gastbeiträge, Blog-Paraden, Wettbewerbe: All das kann – muss aber nicht – einem Blog auf die Sprünge helfen. Wirklich hilfreich sind die Tipps für ein Eigenbau-Social-Media-Monitoring. Eher pflichtschuldig kommt der Abschnitt zur Suchmaschinenoptimierung daher. Ausführlicher hätte ich mir auch den Abschnitt zu den Kommentaren gewünscht.

Ganz zum Schluss gibt es noch mal die geballte Dosis Praxisbeispiele. Drei Szenarien werden durchdekliniert, um zu zeigen, welche Ziele mit Hilfe von Blogs mit welchen Strategien und Ressourcen erreichbar sind: Von der Mitarbeiterwerbung über die Absatzförderung für ein bislang schlecht verkauftes Produkt bis hin zur Ideenfindung eines Start-Up-Unternehmens. Die Sicht der Praxis ist Meike Leopold wichtig. Immer wieder fügt sie Zitat-Blöcke von Praktikern ein. Zu Wort kommen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des DATEV- und des Scout24-Blogs, von Voest Alpine und Zimpel. Schade nur, dass diese teils längeren Zitate kursiv gesetzt und somit schlecht lesbar sind.

Die visuelle Lesbarkeit ist überhaupt der kleine Wermutstropfen. Das Druckbild wirkt nicht hochwertig. Grafiken sind vielfach kleinteilig und grob und kaum zu entziffern. Dafür ist das Handbuch topaktuell. Zitiert werden Internetseiten aus dem Herbst 2012. Derartig aktuelle Publikation lassen sich wahrscheinlich kaum in Hochglanz und mit Fadenbindung herstellen.

Insgesamt hat Meike Leopold eine lesenswerte Handreichung vorgelegt. Bei Interessierten wird es noch lang in Griffweite auf dem Schreibtisch liegen, wenn wieder ein Blog-Projekt angegangen werden soll.

Fazit: Handbuch bietet viele Praxis-Tipps für Unternehmens-Blogs