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Wutbürger
18. Jan
Das Internet: Unendliche Weiten, unendliche Möglichkeiten und vielleicht eine der größten Errungenschaften der Menschheit neben der Erfindung des Rades und der Beherrschung des Feuers. Auf die Frage wie viele Seiten das Internet hat, bekommt man heute schon keine verlässliche Antwort mehr, zu viele Dantenbank-generierte Seiten sind entstanden, die das Ergebnis einer Zählung verfälschen oder ad absurdum führen. Schon letzte verlässliche Angaben aus der Mitte des letzten Jahrzehnts variieren von knapp sechshundert Millionen bis zu fast zwei Billionen Seiten; nur zur Verdeutlichung, das ist eine zwei mit zwölf Nullen und entspricht in etwa der aktuellen Staatsverschuldung des Bundes. Diese Zahlen sagen aber noch nicht mal etwas darüber aus, wie lange man bräuchte, um alle Inhalte dieser Seiten auch nur ansatzweise zu erfassen.
Wir haben also wie nie zuvor die fast unerschöpfliche Möglichkeit uns anderen Menschen in aller Welt mitzuteilen, unsere Gedanken auszutauschen oder unser gemeinsames Wissen zu teilen und zu vermehren.
Ein durchschnittlicher Amerikaner verbringt heute etwa sechzig Stunden monatlich online, davon den weitaus größten Teil von einem Viertel bei sozialen Netzwerken. Weitere zehn Prozent gehen für Onlinespiele und noch etwas mehr als zehn Prozent fürs private Mailen drauf, meist also Nachrichten mit dem Inhalt „Schon das Video von der lachenden, zahnlosen Oma gesehen?“ oder „Komme heute etwas später! P.S.: Hast du das von A mitbekommen? Voll die Schlampe!“. Nicht erfasst wurden in dieser Studie Seiten, die in irgendeiner Weise mit pornographischen Inhalten zu tun haben bzw. die Zeit, die ein durchschnittlicher Mensch damit im Netz verbringt; Schätzungen kommen hier auf einen Wert von etwa fünf bis sechs Prozent aller Seiten, was bei der Marktorientierung des Netzes auf eine durchaus bedeutende Nachfrage schließen lässt.
Die Privatsphäre der eigenen Kinder
21. Apr
Es ist ein schönes und erhabenes Gefühl jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man sich versteht und gemeinsame Interessen hat. Man liebt sich und sagt jeden morgen erneut „ich liebe dich!“ während man sich dabei in die Augen schaut. Da dauert es wahrscheinlich nicht lange und der erste Nachwuchs ist da. Stolz wie Oskar wird die freudige Botschaft der eigenen Familie und den Freunden überbracht. Die Freude ist verständlicherweise so groß, dass man es in die ganze Welt hinaus schreien will.
Gesagt, getan. Wir leben schliesslich im 21. Jahrhundert und das Internet nimmt dankbar jede Information, sei sie wichtig, unwichtig oder totaler Nonsens, auf. Man twittert es in die Welt der 140 Zeichen, legt Profile auf MeinVZ, Facebook und auf was es sonst noch für soziale Netzwerke gibt, an. Fremde, die einen nicht kennen, werden gezwungen an der Freude anderer teilzunehmen. Nicht lange und die stolzen Eltern legen ein öffentlichen Blog mit Fotos und tagesaktuellen Neuigkeiten ihres Sprösslings an.




